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BLACKMAIL - II

BLACKMAIL
Artist      BLACKMAIL
Title II
Homepage BLACKMAIL
Label UNTER SCHAFEN
Leserbewertung 6.06 von 10 Punkten (16 Bewertungen)

Vor nicht ganz zwei Jahren erschien mit „Anima Now!“ das erste BLACKMAIL-Album mit dem neuen Frontmann Mathias Reetz. Inzwischen ist Reetz nicht mehr „der Neue“, sondern seit drei Jahren fester BLACKMAIL-Bestandteil – mit eigenen Ideen, die auch im Sound der Koblenzer Indie-Institution nicht zu überhören sind. Das zeigt sich auch beim zweiten Longplayer, den die Brüder Kurt (Gitarre) und Carlos (Bass) Ebelhäuser gemeinsam mit Drummer Mario Matthias und Sänger Mathias Reetz aufgenommen haben.

Der Silberling trägt schlicht den Namen „II“ und beginnt mit dem Song „Impact“, den sich die Fans als kleinen Appetithappen bereits kostenlos aus dem Netz ziehen konnten. Scheppernd startet der Vierer durch BLACKMAIL-Gefilde, bevor es dank der Single-Auskopplung „The Rush“ in die Vollen geht. Auch „Shine“ lässt die rauen Langäxte krachen, nimmt dafür jedoch Geschwindigkeit raus, um schließlich mit dem stampfenden „La Futura“ das Mikro an Kurt abzugeben. Nach nur einer Minute ist mit „Day of Doom“ erneut der Kollege Reetz als Vocalist gefragt. Ein wenig psychedelisch geht es hier zur Sache; BLACKMAIL lassen sich zudem Zeit, den Sound der Nummer zu entwickeln, was auch für das folgende „Palms“ gilt. Nach einem dezenten Einstand, geht es erneut rasant nach vorn, um mit „Kiss The Sun“ knackige Gitarrenhooks ins Rennen zu schicken. Für die Powerballade „O“ dürften prägnante Sechssaiter ebenso wenig fehlen wie beim abwechslungsreichen „Sleep Well, Madness“, das mit opulenten Bläsern, Flöten und Streichern garniert ist. Mit dem finalen „Dual“ leisten sich BLACKMAIL am Ende noch einen wahren Paukenschlag, der mit Tempiwechseln und Kurts Co-Gesang für Abwechslung sorgt.

Auch im 20. Jahr ihres Bestehens haben BLACKMAIL nichts von ihrer Spielfreude und ihrem Ideenreichtum verloren. Der Rauswurf von Aydo Abay Ende 2008 ist lange Geschichte und sollte kein Thema mehr sein. Mit „II“ beweisen die Koblenzer vielmehr, dass sie weiterhin zur deutschen Indie-Speerspitze zählen und unbedingt mit ihnen zu rechnen ist.

[ump] (21-02-2013)

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