Rezensionen & Kritiken

  • Metal/ HC/ Punk
  • Gothic/ Wave
  • Electro/ Industrial
  • Pop/ Rock/ Indie
  • Neofolk/ Ambient/ Military
  • DVDs/ Bücher/ Hörspiele

CAGES - Folding Space

CAGES
Artist      CAGES
Title Folding Space
Homepage CAGES
Label COLD SPRING

Bei Cold Spring Records wird zwar viel Musik „gemacht“, gesungen aber eher weniger. Das ist auch gut so, kommt es doch meist der Musik zugute. Wenn dann aber doch einmal Vocals benutzt werden, lässt das durchaus aufhorchen. Genau wie in diesem Fall. CD reingelegt, Play gedrückt, kurz reingehört, positiv überrascht und dann auch verwirrt worden, die beiden letztgenannten Gefühlsregungen wechseln sich dann im weiteren Verlauf der Scheibe ständig ab.

So lieblich der Opener „Dying“ auch beginnt, das Debütalbum des amerikanischen Duos wird so nicht bleiben. Die sanfte und herzzerreißende, aber auch verstörende Stimme der Sängerin Nola Ranallo erinnert schon mehr als ein wenig an BJÖRK, ebenso die Musik. Zumindest die ersten Takte. Diese werden dann aber gleich mal mehr, mal weniger von düsteren Ambient- und Death-Industrial-Einlagen erschüttert. Plötzlich setzt David Bailey begleitet von Akustik-Gitarre zum klassischen Neofolk ein, um dann gleich wieder im Zischen und Grollen unterzugehen. Der typische Cold-Spring-Sound tritt dann immer mehr in den Hintergrund, um vor allem der Sängerin eine größere Plattform zu lassen. Das Album ist richtig „cool“ und interessant, aber aufgrund der permanenten Stilwechsel, die auch schon mal einen Chor oder Samples, E-Gitarren-Soli oder Kreissägen zulassen, ist „Folding Space“ mit Sicherheit keine leichte Kost. Einzige Konstante ist der Gesang von Ranallo, eingebettet in Rock/ Folksongs oder einfach nur abstraktem Hintergrund. Gegen Ende der insgesamt neun Kompositionen wird es zunehmend ruhiger und es treten klassische Songstrukturen ans Licht, was das Hören erheblich erleichtert.

Entstanden sind die Stücke des Albums nach der persönlichen Trennung der beiden, indem sich gegenseitig Tapes zugeschickt wurden, die musikalisch angereichert wieder zurück an den Absender gingen. Was dabei herausgekommen ist, sollte man sich vorher im Internet anhören. Ein anspruchsvoller Happen für Liebhaber extravaganter Musik mit starken Nerven. Und man sollte BJÖRK mögen, dann wird man auch an CAGES seine wahre Freude haben.

[imBlutfeuer] (26-02-2010)

Diese Seite wurde 732 mal aufgerufen.

Leserbewertung

Bewerten

Bisher keine Bewertungen

Diese Rezension als eMail verschicken

E-Mail-Adresse: Text-E-Mail HTML-E-Mail

Senden

Suche

Suche

Hörprobe

Termine heute


Weitere Konzerte

CD-Highlights