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DEBO BAND - s/t

DEBO BAND
Artist      DEBO BAND
Title s/t
Homepage DEBO BAND
Label SUB POP
Leserbewertung 3.50 von 10 Punkten (4 Bewertungen)

Die DEBO BAND umfasst stolze elf Mitglieder unter der Führung des äthiopisch-amerikanischen Saxofonisten Danny Mekonnen und mit dem charismatischen Fronter Bruck Tesfaye am Mikro. 2006 gegründet ist die Truppe bereits zweimal durch Äthiopien getourt und bei großen Festivals in Ostafrika ebenso aufgetreten wie auf nordamerikanischen Bühnen (z.B. mit GOGOL BORDELLO) oder beim Montreal Jazz Festival. Auf dem Zettel hat die DEBO BAND sogenannten „Ethio Jazz“, einen Mix aus amerikanischen Jazz und Soul und traditioneller äthiopischer Musik, die häufig einen recht orientalischen Einschlag hat oder an Klezmer-Sounds erinnert.

Den Anfang macht ein instrumentaler traditioneller Folksong namens „Akale Wube“, der neu arrangiert von zwei Violinen dominiert wird, bevor mit dem jazzigen „Ney Ney Weleba“ auch Gesang Einzug hält. Inspirationen für das folgende „Not Just A Song“ mit viel beschwingtem Gebläse lieferte Musik aus Nord-Äthiopien und Eritrea, während die Bläser bei „Yefeker Wegagene“ dank Klezmer-Beiwerk einen schwermütigen Anstrich erhalten. Mit viel Tempo wird „Asha Gedawo“ zelebriert – übrigens ein Lied, das üblicherweise bei Hochzeiten gespielt wird. Funkig präsentiert sich „Tenesh Kelbe Lay“ und entführt mit seinen groovigen Sounds in die Siebziger und auch „And Lay“ bleibt diesem Stil treu. Deutlich ruhiger ist „Medinanna Zelesegna“ ausgefallen, das wiederum auf altem Liedgut fußt und eine orientalische Note mitbringt, die auch dem sich anschließenden „Habesha“ eigen ist. Gleichzeitig wird mit einer gehörigen Portion Jazz gearbeitet und viel Spannung aufgebaut, bevor mit „Ambassel“ ein traditionelles Liebeslied auf dem Programm steht. Zum Schluss rücken große Bambus-Flöten (sogenannte „Embiltas“, die nur drei Noten produzieren) und allerlei Percussion bei „DC Flower“ in den weitläufigen Weltmusik-Fokus.

Wem bei der Musik der DEBO BAND FEMI KUTI (u.a. Support für die RED HOT CHILI PEPPERS) aus Nigeria in den Sinn kommt, liegt gar nicht so verkehrt. Gewisse Parallelen sind nicht zu übersehen, woran auch eine ähnliche Instrumentierung nicht ganz unschuldig ist. Der Elfer ist mit der bereits beschriebenen Embilta, Violinen, Akkordeon, Saxofonen, Trompete, Percussion, Posaune, Gitarre, Sousafon, Bass und Drums unterwegs, da rückt der Gesang auch schon mal in den Hintergrund bzw. findet häufig gar nicht statt. Das Debüt der DEBO BAND ist sicherlich keine Alltagskost und für westliche Ohren ungewohnt, aber wer sich für das Thema Weltmusik interessiert, sollte ruhig reinhören.

[ump] (16-07-2012)

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