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FALK LENN - Windherz

FALK LENN
Artist      FALK LENN
Title Windherz
Homepage FALK LENN
Label MANUFAKTUR
Leserbewertung 6.00 von 10 Punkten (3 Bewertungen)

Schon mit den Kopien seines in Eigenregie veröffentlichten Albums „Weinmond“ und dessen Live-Umsetzung auf zumeist Berliner Kleinkunstbühnen konnte das junge Wuppertaler Kreativtalent FALK LENN positive Resonanz bei Presse und Hörerschaft auslösen. Konzeptuell gestaltet sich da allerdings ein Zyklus von drei Alben, von der die aktuelle Veröffentlichung „Windherz“ den letzten Teil darstellt. Dass gerade dies die erste Veröffentlichung unter einem Plattenvertrag ist, bricht damit nicht im mindesten, kann doch jeder Teil auch für sich alleine stehen, zumal in einem Zyklus wirkliche Fixpunkte wie Anfang und Ende doch ohnehin nicht existieren.

Am Anfang war also das Ende. Das absolut endgültige Scheitern einer ohnehin schon brüchigen Liebe, welches im „Windherz“ zu einer kongenialen Symbiose aus eindringlich gesprochenen Worten und experimentell-elektronischen Klängen gerinnt. Da haben zwei sich entdeckt und wieder gefunden, nur um aufs Neue die „Ödnis“ im Miteinander zu erleben. Um dem unbehaglichen Gefühl zu entgehen, suchen sie ihr Heil im „Körpertrost“, versuchen sich so gegenseitig durch Körperlichkeiten zu halten. Doch die Herzen sind erkaltet und eine Rettung scheint so fern. Fragen schwirren in den Köpfen, über die Zukunft, über das Glück. „Tiefe Zweifel“ schleichen sich ein, mit der Gewissheit, dass nichts mehr so werden kann, wie es war. Doch mit der vorläufigen Trennung kommt die „Stille Angst“: für ein Ende ist es noch zu früh! Kein Schweigen kann helfen, nur die Konfrontation. Vorsichtig taxieren sie sich, nur nichts zerbrechen, was allzu fragil und ausgehöhlt. Ruinen stürzen zu schnell ein, wenn kein Vertrauen und kein Glaube mehr Festigkeit verleihen. „Sprengen wir die Ketten“ heißt da eine Möglichkeit, sich in die Freiheit zu entlassen. Sie klammert, doch er reißt sich los, auf der Suche nach neuen Abenteuern. In einem Tanztempel stürzt er sich trunken ins Ungewisse, will die „Nebelgier“ nutzen, um in neuer Lust ein Scherbenherz zu kitten. Doch nichts ist echt in diesem „Spiel der Sehnsucht“. Verlangen und die träumerische Sehnsucht seiner Gespielin zaubern eine trügerische Illusion, die nur allzu schnell verfliegt. Zurück bleiben nur ein fahler Nachgeschmack und die Verwirrung in seinem Kopf. Um wen geht es hier eigentlich in diesem Spiel? Er sollte besser gehen, irrt durch die Straßen, kommt auch in seinem Zimmer nicht zur Ruhe. In seinen Gedanken tobt ein Sturm und will nicht weichen. „Schlag dich weg“ verlangt er von Konfusion und schmerzenden Erinnerungen, versucht seelische Pein mit körperlichem Schmerz zu dämpfen. Ernüchtert kommt er wieder zu sich. Es ist vorbei, die Liebe ist fort. Doch nur, damit er im „Kreislauf der Liebe“ wieder von vorn beginnen kann. Auf Höhenflug folgt Fall folgt Höhenflug. Und am Ende steht immer ein Neuanfang...

[helianthe] (18-10-2004)

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