| Artist | FEAR FACTORY | |
| Title | The Industrialist | |
| Homepage | FEAR FACTORY | |
| Label | AFM RECORDS | |
| Leserbewertung | 8.40 von 10 Punkten (60 Bewertungen) |
2 Jahre nach dem eher durchwachsenen, aber immerhin stärkeren (im Vergleich zum schwachen "Transgression"-Vorgänger) Dino-Reunionwerk "Mechanize" legen die Zwei mit den Namensrechten einen Nachfolger vor, der alle Kritiker verstummen lassen dürfte!
Gleich der sechsminütige Titeltrack (geiles Intro!) zu Beginn ist wohl das geilste Stück Maschinengeballer, das die Angstfabrik seit dem 95er-Überwerk "Demanufacture" fabriziert hat. Bell/ Cazares können also definitiv auch locker ohne die anderen beiden und sowohl musikalisch, wie auch Soundtechnisch erinnert man frappierend an eben jene Durchbruchscheibe. Maschinelle Kälte, typisches Drumming, sägende Riffs, Brüllgesang mit leichten Melodieschlenkern... halt alles, was einen FF-Kracher ausmacht. Dem folgen mit dem schnellen "Recharger" (erste Single) und dem melodischen, potenziellen Tanztempelhit "New Messiah" weitere Burner der obersten FF-Güteklasse, bevor mit dem industriellen und vertrackten "God Eater" der erste abgefahrenere Samplelastige Track folgt. Aber auch das hatten die Jungs ja immer schon an Bord und klingt wesentlich schlüssiger komponiert als auf den letzten Alben. Die kalte Atmosphäre wird immer wieder durch sphärische Keyboardsounds unterstützt, Terminator-artige Maschinensounds tun ihr übriges, um zusammen mit dem abgehackten Brettriffing, dem einzigartigen Schlagzeugspiel und dem markanten Gesang dafür zu sorgen, dass es sich hierbei nur um EINE Band handeln kann.
Der FEAR FACTORY-Sound ist und bleibt in dieser Form einzigartig! Niemand sonst kreiert Burner wie "Depraved Mind Murder", der Wechsel zwischen wüstem Gebrette und obermelodischem Refrain mit clean-Gesang gelingt wieder, wie in ihren besten Zeiten. "Virus of Faith" ist dagegen etwas simpel gestrickt, bekommt aber gleich mit dem folgenden Säger "Difference Engine" einen übergezogen. Gut, Dinos Stakkato-Geriffe ähnelt sich natürlich schon meist sehr, aber er gibt Melodie und Atmosphäre auch genügend Raum, so dass es nie in stumpfes Gerödel ausartet. "Disassemble" kommt auch wieder etwas vertrackter aus den Speakern geschossen und geht als gutes Zwischenstück durch. Vor dem letzten regulären Albumtrack lässt man das schöne zweiminütige Instrumental "Religion is Flawed because Man is Flawed" erklingen (mit schickem Klavier zu Beginn), das direkt in den langen Soundtrackartigen Schlußlangtrack(über 9 Minuten) "Human Augmentation" übergeht, der gut als Untermalung eines SciFi-Movies dienen könnte.
Das Ganze ist als Konzeptalbum angelegt und erscheint natürlich auch als limitierte Aufstell-Box mit 2 Bonustracks. Mit "The Industrialist" gelingt FEAR FACTORY eine triumphale Rückkehr zum alten Bandsound und trotz kleiner Minischwächen in der zweiten Hälfte das stärkste Werk seit langer Zeit!
[MOSES] (22-05-2012)
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