| Artist | GENETIKS | |
| Title | Schwarzbuch Deutscher Postpunk | |
| Homepage | GENETIKS | |
| Label | DANSE MACABRE | |
| Leserbewertung | 8.00 von 10 Punkten (8 Bewertungen) |
Mit was für einer Band hat man es zu tun, die auf ihrer Homepage nicht nur auf Myspace, Twitter, Facebook und Konsorten verlinkt, sondern scheinbar auch zur CSU, Aldi, IKEA und H&M? Tatsächlich landet man beim Internetauftritt der Lesben und Schwulen in der Union – wer hätte gedacht, dass es die überhaupt bei der CDU/ CSU gibt? Für diese Information müssen wir dem Dreigestirn aus Nürnberg also schon mal dankbar sein, bleibt jetzt nur noch zu klären, was es bei den GENETIKS mit dem „Schwarzbuch Deutscher Postpunk“ auf sich hat.
Dabei handelt es sich um den dritten Longplayer (mit knackigen 36 Minuten Spielzeit) der seit rund 13 Jahren agierenden Franken. Die Sache mit dem Schwarzbuch haben die Herren Maik Dornberger (Gitarre & Gesang), Frank Schlosser (Keyboard) und Björn Rogatti (Schlagzeug) wohl ein wenig zu wörtlich genommen und sich fürs Cover ein arg dunkles Antlitz verpasst, musikalisch macht der Dreier jedoch da weiter, wo „De Bello Genetiko“ 2008 endete. Ein dadaistischer Ansatz trifft auf NDW-Anleihen und einem Mix aus New Wave und Post-Punk. Das Ganze wird ziemlich anarchistisch vorgetragen, passt wie beim Opener „Keine neue Heimat“ auch schon mal auf den Dancefloor und bewegt sich haarscharf zwischen (gewolltem) Dilettantismus und beißender Gesellschaftskritik. Deshalb ist neben dem bisweilen schrägen Retro-Sound immer auch auf die Lyrics zu achten.
Zwar zündet nicht jede Textzeile und auch für die Mucke muss man in der richtigen Stimmung sein, zweifelsohne bietet das „Schwarzbuch Deutscher Postpunk“ jedoch zehn Songs mit Anspruch auf Originalität abseits des alltäglichen Musik-Einerleis.
[ump] (04-01-2011)
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