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IHSAHN - Eremita

IHSAHN
Artist      IHSAHN
Title Eremita
Homepage IHSAHN
Label CANDLELIGHT RECORDS
Leserbewertung 9.44 von 10 Punkten (9 Bewertungen)

Nachdem das EMPEROR-Kapitel vervollständigt worden war, spürte man mit „(The) Adversary“ (2006) eine Art Erleichterung und Aufbruchsstimmung in der Musik von Gitarrist/ Sänger Ihsahn. Endlich konnte der Herr seine Ideen umsetzen und ausarbeiten, wie ER sich das vorstellte. Als Ergebnis stand am Ende eine Trilogie, die neben dem Debüt noch die Alben „Angl“ (2008) und „After“ (2010) umfasste. Befreit von diesem positiven Ballast der eigenen Kreationen erscheint nun „Eremita“, ein Album, das nicht nur durch den Opener „Arrival“ und das Ende „Departure“ als ein geschlossenes Werk wirkt, sondern auch vom Sound eine schlüssige Reise mit Start und Finale darstellt.

Und diese führt uns durch alle muskalische Facetten des Künstlers IHSAHN. Das bereits angesprochene „Arrival“ beginnt überraschend offen, mit eingängigen, rockigen Riffings, komplexen Drummings und Ihsahns bekannt extremen Vocals. Das recht einfach gehaltene Lied erfährt sein Highlight durch die cleanen Vocals und die wieder einmal famosen Soli im Mittelteil. Ein gelungener, aber nicht zu fordernder Einstieg. Das ändert sich allerdings gleich beim folgenden „The Paranoid“, das in bester EMPEROR-Manier losprescht, sich dann aber in einen vertrackten Prog-Groover verwandelt, der mit toller Gitarrenarbeit und nochmals ausgezeichneten cleanen Vocals aufwartet und als Kontrast immer wieder die erwähnten Black Metal-Ausbrüche mit einschleust. Nicht unkompliziert, aber stark! „Introspection“ geht eher in die umgekehrte Richtung. Hier vereinigen sich düstere Passagen mit den vertrackten Prog-Szenen. Hier wie auch auf dem gesamten Album wirken die eigenwilligen, cleanen Vocals von Devin Townsend (STRAPPING YOUNG LAD) zusammen mit Ihsahn Stil erst befremdlich, aber nach einigen Durchläufen mehr als herausragend! Ihsahns Songs muss man halt erstmal arbeiten lassen. Dann entwickeln auch sich die Saxophon-Parts von Jorgen Munkeby (SHINING (Nor)) in u.a. „The Eagle and the Snake“ und „Catharsis“ zum absolut schlüssigen Highlight! Generell entpuppt sich „Eremita“ als ein einziges Highlight. Natürlich ist man erstmal damit beschäftigt, die vielseitigen Sounds von Rock über Black Metal, Jazz und Prog zu entdecken und zu verarbeiten. Aber dann erschliesst sich einem nach und nach auch die famose Genialität eines düsteren Ambient-Stückes wie „Catharsis“, der Brutalo-Ausbruch in „Something out there“ oder das jazzige „The Grave“.

Natürlich profitiert Ihsahn von den Gast-Einlagen eines Jeff Loomis (Gitarre, ex-NEVERMORE), Einar Solberg (Vocals, LEPROUS) und Ihsahns Frau Heidi Tveitan (Vocals, PECCATUM), wie auch den bereits erwähnten Devin Townsend und Jorgen Munkeby. Dazu hat sich der Norweger mit LEPROUS-Drummer Tobias Ornes Andersen natürlich genau den richtigen Schlagwerker ins Boot geholt, um diese Songs umsetzen zu können. Aber diese Jungs brauchen natürlich auch die entsprechenden Songvorlagen und da hat sich Ihsahn auch mit „Eremita“ seinen Status als herausragender Musiker und Songwriting mehr als nur betoniert!

[Fafnir] (02-06-2012)

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