| Artist | IM NAMEN DES VOLKES | |
| Title | Volksmusik (LP) | |
| Homepage | IM NAMEN DES VOLKES | |
| Label | NLW |
Dieses Jahr ist wirklich ein „Fest der vielen Sinne“ für alle Fans von MATTHIAS SCHUSTER. Neben dem Album „Atemlos 2“ und dem CD-Re-Release der gleichnamigen GEISTERFAHRER Scheibe, wird nun endlich das heiß erwartete IM NAMEN DES VOLKES Album „Volksmusik“ veröffentlicht. Die Tatsache, dass die beiden bisher erschienen Vinyl-Singles „Ich war da, leergebrannt“ und „Weißes Rauschen“ vergriffene und gesuchte Sammlerstücke sind, legt die berechtigte Vermutung nahe, dass auch diese Langrille schnell Kultstatus erreichen dürfte. Bei den Songs handelt es sich um Originalaufnahmen aus den Jahren 1979 – 1982, die nun neu gemastert wurden und endlich verfügbar sind.
Bereits das Intro „Auto“ ist genauso einfach wie cool. Extrem minimalistisch und abstrakt, ja fast hörspielartig wird eine Geschichte erzählt, wie sie sich täglich auf einer Autobahn abspielen könnte. Es fahren einige Autos – dann kommt ein Geisterfahrer – ein Krankenwagen – ein Leichenwagen. Mehr verrate ich nicht, aber ich kann sagen, dass ich ein breites Grinsen im Gesicht hatte. Mit „System überlastet“ folgt ein richtiger Hit des Projektes. Dieser Song war auch bereits auf „Weißes Rauschen“ enthalten und ich erwische mich immer wieder beim Mitsingen. Besonders wohlig warme Analogsounds bieten die beiden sehr groovigen „Hamburg – Reeperbahn“ und „Küssen“. Die damals aktuelle DDR-Thematik wird in dem Song „Mauer“ verarbeitet. „Stromausfall“ kann ich mir sehr gut in einem kleinen düsteren Club vorstellen. Ein absolut genialer Song folgt mit einer Variation des Singletracks „Ich war da, leergebrannt“. Spätestens dieses Stück gehört aufgrund des flotten Refrains auf jeden Fall in die einschlägigen Clubs. Auch „Wellengenerator“ ist sehr temporeich und daher zum Abrocken zu empfehlen. Einmal mehr wird hier die humoristische Seite von MATTHIAS SCHUSTER deutlich „...ist das dann Musik oder Me-Chaaaa-niiiiiik?“. „Mogadischu“ erinnert mich sowohl musikalisch als auch gesanglich ein wenig an die alten DAF. „Haushaltsmaschine“ wiederum ist ein Track, der sein Tempo nicht durch schnelle Drums, sondern durch flotte Arpeggios erzeugt. Bei „Zweiundzwanzig Schritte“ gelingt der Einsatz des Vocoders besonders gut und verhilft diesem Song zu richtigen Ohrwurmqualitäten. Die Wirkung ist bei „Es tut nicht mehr weh“ ähnlich, auch wenn die Eingängigkeit hier mit fast unverfremdeter Stimme erreicht wird. Das Titelstück „Volksmusik“ ist ein richtiger Kracher und ich muss den Volumenknopf daher jetzt mal richtig hochschrauben.
Mit „Volksmusik“ hat MATTHIAS SCHUSTER ein weiteres Stückchen Musikgeschichte den Minimal-Elektro-Freunden verfügbar gemacht. Enthalten sind teilweise sehr eingängige Stücke, die sich textlich zwischen Alltagsthemen und Politik bewegen, jedoch immer mit einer gehörigen Portion Humor und einem großen Augenzwinkern. Instrumentiert sind natürlich alle Stücke mit elektronischen Zaubergeräten aus vergangenen Tagen, die alle absolut ehrliche, warme und kräftige Klänge beisteuern. Meine Empfehlung: Album kaufen und jemandem zu Weihnachten eine Freude damit bereiten!
[Darkun] (06-12-2007)
Diese Seite wurde 4151 mal aufgerufen.