| Artist | KARMA COME | |
| Title | Said and done | |
| Homepage | KARMA COME | |
| Label | GGE RECORDS | |
| Leserbewertung | 6.25 von 10 Punkten (4 Bewertungen) |
Kennt ihr dieses Gefühl von der Arbeit oder noch aus der Schule? Der Streber in der ersten Reihe, der alles richtig macht, der schlau und gleichermaßen gut aussehend ist? Der sich redlich bemüht, nur die richtigen Freunde und Vorbilder zu haben? Der wirklich versucht nett zu sein, ohne sich direkt anzubiedern? Und der im Endeffekt doch alleine bleibt, weil irgendetwas an seiner Ausstrahlung es verhindert ihn von ganzen Herzen zu mögen… Kann man mir noch jemand folgen?
So geht es mir irgendwie mit dem Debüt „Said and Done“ von den Ruhrpott-Boys KARMA COME. Im Prinzip ist die Scheibe eine sehr beachtliche Variation aller Spielarten des Neunziger Jahre Alternative-Rocks. Aber leider lässt sich im Endeffekt fast in jedem Song die Inspiration hinter dem Song erkennen. Schauen wir uns die Platte also doch noch mal ein wenig näher an.
Der erste Track „From the rain“ ist ein denkbar ungünstiger Einstieg, weil Sänger Adam Lisek hier zu Anfang doch recht streng knödelt. Zum Refrain hin wird es aber besser und erinnert hier mit seinem Ohrwurm-Gitarrenlauf vielleicht sogar ein bisschen an gut abgehangenem Emo-Rock. Mit „Maze“ folgt dann ein recht guter Song mit schöner Bridge und allem Pipapo, der durchaus Hit-Potential hat. Bei „Alright“ und „Without“ sollten die Jungs nicht aufpassen von TOOL verklagt zu werden, denn die Riffs inklusive Gesang und den Bassläufen klingen doch arg an die Großtaten der Ausnahme-Band angelehnt. Aber egal, man könnte sich ja schlechtere Vorbilder suchen. „In Memory of Friday“ klingt es dann wieder nach den Neunziger Stakkato-Riff Rockern von STOMPBOX oder meinetwegen auch ein wenig nach PAW. Bei „To want this“ wird dann auch noch eine kleine Prise HELMET hinzugefügt. „One to remain“ könnte glatt aus dem US-Formatradio herüber gehüpft sein. Die Zutaten stammen zwar alle aus dem Power-Balladen Kochbuch, aber hier scheint die fehlende eigene Identität am meisten durch und langfristig verursacht der Track doch leichte Zahnschmerzen. Auf „Why have i become“ übertreibt Herr Lisek leider noch einmal mit seinem Aushilfs - Ville Vallo Gesangs-Style. Der Rest der Platte bewegt sich innerhalb dieser Parameter, hier und da wird mal ge-grunged, dann wieder ein wenig ge-numetalt, alles musikalisch sehr gut in Szene gesetzt. Auch der Gesang weiß durchaus zu überzeugen, wenn sich die US-Färbung der Stimme einmal im Zaun hält. Auch der Fuß wippt das eine oder andere Mal gerne mit…
Aber wie gesagt, im Endeffekt ist die Mühe nutzlos, weil nicht genug eigene Akzente durchscheinen und irgendwie der letzte Kick fehlt. Die Jungs meinen es ernst und wenn sie sich das nächste Mal ein wenig von ihren Vorbildern lösen, könnten wir durchaus noch einiges erwarten. Demnächst vielleicht beim Bundesvision Song Contest… und das war jetzt wirklich völlig wertfrei.
[Michael Päben] (22-02-2008)
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