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KILLERPILZE - Grell

KILLERPILZE
Artist      KILLERPILZE
Title Grell
Homepage KILLERPILZE
Label SÜDPOL MUSIC
Leserbewertung 5.41 von 10 Punkten (32 Bewertungen)

Es ist schon ein paar Jahre her, da sollten die KILLERPILZE nach der Idee ihrer Plattenfirma der Punk-Gegenentwurf zu TOKIO HOTEL sein. Damals war keines der Bandmitglieder volljährig; Schlagzeuger Fabi war bei der Bandgründung sogar erst zarte zehn Jahre alt und erlebte den Durchbruch der KILLERPILZE mit gerade einmal 13 Jahren, während die Kollegen 17 Lenze zählten. Kann so was gut gehen? Zumindest konnten sich die beiden Alben „Invasion der Killerpilze“ (2006) und „Mit Pauken und Paketen“ (2007) inklusive einiger Single-Auskopplungen in oberen Chart-Regionen einpendeln, doch dann wurde es eher still um die Jungs aus dem bayerischen Teil Schwabens. Inzwischen agiert das ehemalige Quartett nur noch zu dritt und macht sein eigenes Ding ohne Major-Plattenvertrag.

Älter geworden sind Jo (Gesang & Gitarre), Fabi (Drums) und Mäx (Gitarre & Gesang) natürlich auch – Anfang bis Mitte Zwanzig sind die Herrschaften jetzt und damit schon alte Hasen im Music-Biz. Das hört man auch auf „Grell“ – sowohl dass die KILLERPILZE erwachsen geworden sind als auch, dass sie nicht erst seit gestern mucken. „Jäger (Das kann doch nicht alles sein Pt. 1)“ eröffnet den bunten Reigen mit scheppernden Rockklängen und nachdenklichen Texten, die sich im Anschluss auch im treibenden Titeltrack „Grell“ wiederfinden. Das eingängige „Die Stadt klingt immer noch nach uns“ ist ein etwas schwermütiger Blick zurück, bevor ein „Erster Zug nach Paris“ den Emotionen freien Lauf lässt. Beschwingt schließt sich die Singleauskopplung „Nimm mich mit“ an, bevor der „Sommerregen“ seine sachte musikalische Entsprechung findet. „A.W.I.T.M.“ (Alles was ich tun muss) spiegelt ebenso wie „Studieren“ die Fragen wider, die sich die KILLERPILZE anno 2013 wohl stellen (müssen), wenn sie nicht wie beim tanzbaren „Atomic“ die Nacht abfeiern. Mit krachenden Gitarrenhooks folgt „Lauf (Das kann doch nicht alles sein Pt. 2)“, um dann an das „Himmel“-Dreierlei abzugeben. Die Prelude beschränkt sich zunächst auf ein paar Klavierakkorde, die mit „Himmel II“ gesangliche Unterstützung erhalten und schließlich in „Himmel III“ münden, das noch einmal die komplette Breitseite bietet.

Die KILLERPLIZE blicken trotz ihres jungen Alters bereits auf elf Jahre Bandgeschichte und inzwischen fünf Studioalben zurück. Dass sie zwischenzeitlich nicht völlig in der Versenkung verschwunden sind und überhaupt noch existieren, spricht für das Trio, das mit „Grell“ beweist, dass es in Eigenregie den Sprung von der Teenie- zur Erwachsenenkapelle geschafft hat.

[ump] (26-02-2013)

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