| Artist | MORTAL VOID | |
| Title | The Great Pretending | |
| Homepage | MORTAL VOID | |
| Label | EIGENPRODUKTION | |
| Leserbewertung | 6.40 von 10 Punkten (5 Bewertungen) |
Unglaublich wie die Zeit vergeht. Meine letzten Worte in der 2008er Rezension zu dem Album „One Frame Left“ des Elektro-Projektes MORTAL VOID waren: „Man darf auf die weitere Reise des Projektes im Land des Elektros gespannt sein.“ Und nun ist es soweit – Mastermind “Krankheitssymptom“ zeigt uns mit seinem brandneuen Werk „The Great Pretending“ das Ziel seiner Reise. Die fast 3jährige Wartezeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. Stolze 14 Tracks bietet der neue Ausflug in die Welt der tanzbaren, düsteren Elektrosounds. Grob eingeordnet könnte man sowohl musikalisch als auch stimmlich Vergleiche zu LEAETHER STRIP, FRONT LINE ASSEMBLY oder auch :WUMPSCUT: ziehen, dennoch ist das Album eigenständig genug, um überzeugend für sich selbst zu stehen. Insbesondere, wenn man bedenkt, wie einseitig sonst heutzutage der Discobrei ist, kann man sich hier über ein echtes Juwel freuen.
Mit „Blind, Dead & Empty“ wird ein Opener geboten, der gleich in die richtige Richtung weist – flotter, ausgeklügelter und abwechslungsreicher Elektro. War der erste Track etwas experimenteller, so präsentiert sich „Thanks“ geradliniger und könnte so bestens als „Einstiegsdroge“ funktionieren. Es folgt der Titeltrack, der im ruhigeren Tempo, mit hämmernden Beats und schön verzerrten Vocals angenehm aggressiv klingt. „Watching Today Die“ ist ein weiteres Highlight, das schon jetzt zu einem meiner Lieblingssongs von MORTAL VOID zählt. Nach dem temporeichen „Constantly Denying“ folgt „Never Care“, ein im Refrain schon fast monumental anmutendes Stück mit genialen Orchesterparts. Dem ruhigeren „Inflict“ schließt sich das Tanzflächenorientierte „Wasted Emotion“ an, das in entsprechenden Discos sehr gut funktionieren dürfte. Genauso verhält es sich mit „The Path I Wander“, ebenfalls sehr treibend ausgefallen. „Decline“ drosselt das Tempo noch einmal ein wenig, um mit „Under the surface“ wieder voll durchzustarten. Das sphärische „The Last Lie“ stellt dann den Schluss des regulären Teils der CD dar. Als Bonus folgen noch zwei Remixe von „Thanks“ (TRÜMMERWELTEN) sowie „Under the surface“ (CONECYZE PROJECT), die den beiden Originalen ihren eigenen Stempel aufdrücken, ohne jedoch den Charakter zu verderben und ebenso als sehr gelungen bezeichnet werden dürfen.
MORTAL VOID legen ein absolutes Poweralbum vor, das es verdient hätte, über ein größeres Label vertrieben zu werden. Wer schnell zugreift, hat die Möglichkeit, eine der limitierten LightScribe CDRs zu erwerben, die mit schönem Artwork und liebevoller Aufmachung sehr gut in die heimischen CD-Sammlung passt. Anlaufstelle dafür ist sicherlich die Homepage der Band. Aber auch digital wird das neue Werk vertrieben. Sehr starkes Album! Anspieltipps insbesondere: „Blind, Dead & Empty“, „Watching Today Die“, “Never Care” und “The Last Lie”
[Darkun] (18-09-2011)
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