| Artist | STARING GIRL | |
| Title | Sieben Stunden und 40 Minuten | |
| Homepage | STARING GIRL | |
| Label | K&F RECORDS | |
| Leserbewertung | 5.69 von 10 Punkten (16 Bewertungen) |
Das Lied „Sieben Stunden und 40 Minuten” habe ich schon live gehört, allerdings nicht vorgetragen von den 2005 gegründeten STARING GIRL, sondern im Alleingang von Steffen Nibbe (Gesang & Gitarre), der als Support für GISBERT ZU KNYPHAUSEN agierte. Diese Verbindung ist nicht weiter verwunderlich, schließlich ist man über Gisberts Label Omaha Records verbunden und auch stilistisch sind einige deutliche Parallelen zu erkennen.
So wird der GISBERT-ZU-KNYPHAUSEN-Fan zweifelsohne auch Gefallen an den zehn Songs von STARING GIRL aus Hamburg und Kiel finden. Es sind kleine Alltagsgeschichten, die der Fünfer auf seinem Label-Debüt mit feinen Melodien erzählt. „Die Guten Gedanken“ brauchen nicht viel Tamtam, um zu wirken („Bitte warte auf die guten Gedanken und dann halt den Kopf still, damit sie nicht verwackeln“) und auch die minutiöse Beschreibung des Tagesablaufes beim Titeltrack gewinnt durch seine schlichte Schönheit, die sich ebenso beim Finger-Picking auf „Cornflakes mit Milch“ wiederfindet. STARING GIRL verstehen sich darauf, auch mit leisen Tönen zu fesseln, wie sie mit dem verspielten „Ich glaube nicht“ oder dem aufgeräumten „Türgriff abgebrochen“ unter Beweis stellen. Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen bei den Nordlichtern und so versprüht nicht nur die Mundharmonika bei „Jeder geht allein“ einen Hauch Melancholie, doch geht gleichzeitig nie die Hoffnung wirklich von Bord. Trinken und Trost gehören bei „Vorhänge“ zusammen und irgendwie geht’s auch immer weiter. Sei es mit einem „Mann im Zimmer“, dem die Schwermut keine unbekannte Begleiterin ist oder durch ein „Kaltes Haus“, das keinesfalls abweisend ist, sondern mit abwechslungsreichen Rhythmen gefällt. Am Ende befindet sich das Quintett „Auf dem Weg zu mir nach Haus“ und sind gleichzeitig auf der Suche nach etwas Neuem und blicken gleichzeitig mit berührenden Melodien auf Vergangenes zurück.
STARING GIRL sind Meister der leisen Töne, mit denen sie ihre Gedanken musikalisch an den Mann bzw. die Frau bringen. Es sind Momente der Klarheit und Erkenntnis, die manchmal von einer gewissen Verzweiflung, aber auch einem Augenzwinkern und dem unbedingten Willen um Aufbruch begleitet werden. Das Ganze ohne jeden Anflug von Kitsch oder zu dick aufgetragenem Pathos – sehr zu empfehlen!
[ump] (12-06-2012)
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