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TEITUR - The Singer

TEITUR
Artist      TEITUR
Title The Singer
Homepage TEITUR
Label EDEL RECORDS

TEITUR Lassen ist wohl der weltweit bekannteste Musiker der Färöer-Inseln, was allerdings bei gerade mal knapp 50.000 Einwohnern auch keine so große Kunst ist, wenngleich es mit der Viking Metal Kapelle TÝR noch einen weiteren färöischen Exportschlager gibt. Abgesehen von ihrer Herkunft (TEITUR lebt zudem seit einigen Jahren in London) haben die Herren Musiker allerdings wenig gemeinsam, da TEITUR doch eher als Singer/ Songwriter von sich Reden macht und vor allem durch seine VÖ „Poetry & Aeroplanes“ (2003) und „Stay Under The Stars“ (2006) über die Grenzen der Färöer-Inseln und Dänemarks hinaus bekannt wurde.

Auf „The Singer“ finden sich nun elf Songs, die TEITUR seit Mitte letzten Jahres zusammengestellt hat, die jedoch über einen Zeitraum von einem bis zu sieben Jahren geschrieben wurden. Aufgemacht ist das Album als eine Art Theaterstück. So mutet das Booklet auch wie ein altertümliches Programmheft an, in dem man blättert, bevor sich der Vorhang zum ersten Akt hebt: „The Singer“ stellt sich vor – anfangs noch etwas schüchtern, nur von einem dezenten Marimbaphon begleitet, bevor sich noch ein Kontrabass und zwei Chansonetten hinzugesellen. „Your Great Book“ bleibt nordisch zurückhaltend kühl, ist jedoch mit einem kaum wahrnehmbaren fröhlich-beschwingten Unterton versehen. „The Girl I Don’t Know“ erzählt eine unglückliche Liebesgeschichte, die flirrende Hitze verströmt. Großes Orchester ist bei „We Still Drink The Same Water“ angesagt, wobei sich die Instrumente stets dezent im Hintergrund halten und TEITURs Stimme den Vortritt lassen. Ungewohnt flott und gut gelaunt präsentiert sich „Catherine The Waitress“ – zweifelsohne mein Favorit! Die „Legendary Afterparty“ ist dem geheimnisvollen Blues-Musiker CHRIS WHITLEY gewidmet, mit dem TEITUR kurz vor dessen Krebstod auf einem modrigen Hotelflur Bier getrunken hat. Melancholisch-düster geht’s mit „Guilt By Association“ weiter, dann überrascht „Start Wasting The Time“ mit einem Euphonium-Solo und der Mitarbeit von Eighties-Popstar NIK KERSHAW. Der Song hat etwas von einem französischen Chanson und lässt zwischendurch immer wieder den Schalk aufblitzen. Sehr persönlich schließt sich „Letter From Alex“ an, um vom pulsierenden „Don’t Let Me Fall In Love With You!“ abgelöst zu werden. Bleibt noch der dominante Kontrabass bei „You Should Have Seen Us“, mit dem die konzertante Theateraufführung endet.

Der Kontakt mit der eher unwirtlichen, kargen Natur wie sie auf den nordatlantischen Inseln wie Island oder eben den Färöern vorherrscht, scheint die perfekte Grundlage für eine minimalistische Musik voller Melancholie zu sein. Selbige hat TEITUR mit seinem Konzeptalbum „The Singer“ geschaffen. Keine leichte Kost, aber umso interessanter.

[ump] (22-03-2008)

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