| Artist | THE DARK UNSPOKEN | |
| Title | Die by Echoes | |
| Homepage | THE DARK UNSPOKEN | |
| Label | DARKUN RATREC. | |
| Leserbewertung | 9.33 von 10 Punkten (3 Bewertungen) |
Nun hat er es endlich geschafft: Nach langen Jahren musikalischen Schaffens legt der Lemgoer Darkun alias THE DARK UNSPOKEN endlich das offizielle Debüt vor, welches via SX Distribution in jedem ordentlichen Plattenladen der Republik erhältlich sein wird. Davor lagen ein Haufen Arbeit sowie einige in Eigenregie herausgebrachte Releases wie beispielsweise die „Fallen Demon“-EP aus dem Vorjahr. Zudem war der umtriebige junge Herr an den Soundtracks der Amateurhorrorfilme „The Butcher 2 und 3“ beteiligt, wenn er sich nicht gerade von allerlei ostwestfälischen Konzerten inspirieren ließ. Man traf ihn beispielweise bei APOPTYGMA, BOA und SPILLSBURY, was auf einen durchaus offenen musikalischen Horizont hindeutet, der sich auch in seinen eigenen Arbeiten wiederfindet. Oft dabei sein neuer Keyboarder Kaiser, welcher TDU vor allem live unterstützt.
Covertechnisch düster-avantgardistisch gehalten (das Motiv der „leeren Augen“ spielt wieder eine Rolle) bleiben die zweisprachigen Texte zwar persönlich aber auch ein wenig abstrakt, so dass man seine eigenen Gefühle/ Ängste ohne Probleme projizieren kann. Musikalisch bleibt THE DARK UNSPOKEN seiner bisherigen Linie treu: Eine Mischung aus Cold Wave, (Future) Pop und Gothic sorgt für zumeist tanzfreudige Retrofreuden. Simple etwas plastikmässige Beats und der recht unnahbar wirkende Gesang erinnern an die charmanten 80er, als die schwarze Szene noch nicht so stark zersplittert war. Auch die Refrains laden zum schnellen Mitsingen bzw. –wippen ein, wie beispielsweise beim sehr gelungenen Titelstück. „Seed of Truth“ kann als schneller beatiger Song ebenfalls überzeugen, während es andernorts etwas getragener zugeht. Durch den Wechsel von Clean und Raugesang werden zudem an einigen Stellen interessante Reibungspunkte gesetzt.
Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Produktion könnte fetter sein, und an ein paar Stellen wirken die Sounds etwas billig (siehe die Flöten bei „Hexen“). Diese Negativpunkte werden aber durch den Willen zu Innovation und das abwechslungsreiche Songwriting weitestgehend abgefedert, hier steckt wirklich Herzblut mit drin. Sogar ein Video („Visions Deceased“) ist enthalten, das technisch überraschend gut, inhaltlich aber eher putzig daherkommt. Denn der gute Darkun schaut viel zu lieb für den aggressiven Song aus der Wäsche, während er lederbemantelt durch den Wald stapft. Auf jeden Fall ein nettes Gimmick wie auch der „obligatorische“ Hidden Track, der sehr an KIM WILDEs „Keep me hangin’ on“ erinnert. Kurzum: „Die by Echoes“ sei jedem (Old School)-Gruftie mit Elektronikambitionen ans Herz gelegt, der von den aseptischen Hochglanzprodukten die Nase voll hat.
[tk/ Lord Khaos] (27-12-2005)
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