| Artist | THE DARK UNSPOKEN | |
| Title | Rotten Memories | |
| Homepage | THE DARK UNSPOKEN | |
| Label | CODELINE RECORDS | |
| Leserbewertung | 7.54 von 10 Punkten (13 Bewertungen) |
THE DARK UNSPOKEN, ein stark theatralischer und entsprechend düsterer Name wurde mir zugänglich gemacht, denn der ostwestfälische Solokünstler Darkun hat sein neues Werk „Rotten Memories“ bei Codeline veröffentlicht, um Freunde der dunklen musikalischen Künste der 90er anzulocken. Angesiedelt ist die Musik zwischen Dark Wave und Elektro des letzten Jahrzehntes, wobei aber einige Sounds frischer klingen als bei den alten guten Scheiben. Nun haben wir natürlich das grundsätzliche Problem, dass es in dieser Sparte eigentlich nichts Neues geben kann, die Möglichkeiten sind beschränkt und die Heroen der alten Zeit haben schon alles gemacht, was möglich war, somit hatte ich zwiespältige Gefühle bei Erhalt der CD, besonders da das Design des Covers nicht unbedingt ansprechend ist.
Nun kommen wir aber zum großen „Aber“, denn ich bekam etwas zu hören, was mich als „alten“ Elektrohead mehr als ansprach! Hier gibt es keine lieblosen Kompositionen, keine zu sehr abgenudelten Sounds und eben nicht das permanente Gefühl, dass man das alles schon mehr als einmal gehört hat. Man wird in „gute“ alte Zeiten zurückversetzt, es bubbeln die Basssounds beständig vor sich hin, die Synthies bieten im Helllectro-Stil Rückendeckung und es wird typischerweise gekrächzt, wie es sich gehört. Hier wird auch mit vielen elektronischen Stilrichtungen gespielt, die mit dem normalen Elektro gepaart werden, in der einen oder anderen Weise, ohne dass es aber zu musikalischen Brüchen kommt - man freut sich einfach über jeden weiteren neuen Track. Der Gesang ist top, selbst die Texte habe ich zum ersten mal seit Jahren eingehender studiert, die aus meiner Perspektive sehr gelungen sind, leider aber auch die ewig typischen Jammerthemen behandeln, aber Songs müssen ja emotional sein. Grob würde ich Parallelen zu ASTETHIC PERFECTION, X MARKS THE PEDWALK, FORTIFICATION 55 oder PLASTIC NOISE EXPERIENCE ziehen, aber aufgrund der Beispiele seht ihr, dass man TDU nicht so richtig dingfest machen kann. Es ist einfacher, guter, ehrlicher Elektro mit viel Liebe zur Kreativität, was ich schon sehr lange nicht mehr gehört habe und der sich „trotz“ seiner Herkunft zu den Besten seiner Zunft zählen darf (viele Kollegen gibt es ja schon gar nicht mehr).
Mir gibt Darkun neue Hoffnung, denn er beherrscht mehr, als nur ein paar Tasten am Computer zu drücken und das als CD zu veröffentlichen, man kann ihn mit Fug und Recht als guten Musiker bezeichnen. Aus der Abmischung hätte man an einigen kleinen Stellen bestimmt mehr rausholen können, aber es klingt trotzdem noch sehr gut und ist somit in der Gegenwart verankert. Dankeschön an den Lemgoer für dieses Werk und den Hoffnungsschimmer, dass es wieder langsam mit den Veröffentlichungen insgesamt bergauf geht, insgeheim nehme ich so eine Tendenz bereits seit geraumer Zeit wahr.
[Neo] (16-06-2008)
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