| Artist | THE HAUNTED | |
| Title | rEVOLVEr | |
| Homepage | THE HAUNTED | |
| Label | CENTURY MEDIA | |
| Leserbewertung | 9.00 von 10 Punkten (3 Bewertungen) |
Alles neu bei den durchschlagskräftigen Schweden? Nun nicht ganz, aber man kehrt mit neuer Plattenfirma (Century Media) und einem neuen alten Sänger zurück zu den Wurzeln. Peter Dolving ist nämlich zurück, der „verrückte“ Peter, der schon das selbstbetitelte Debüt aus dem Jahre 1998 einschrie. Danach stieg er aber aus persönlichen Gründen aus, denn jemand der über einen so psychopatischen Gesangsstil verfügt, kann auch kein stromlinienförmiger Mensch sein. Nachfolger Aro war zwar solide, steigerte sich sogar von Scheibe 2 zu 3, aber irgendwie konnte er nie mit der Instrumentalfraktion mithalten. Jetzt ist Herr Dolving also zurück, mit dem man all die Jahre Kontakt gehalten hat und den ich auch für seine Arbeit mit den abgedrehten MARY BEATS JANE sehr schätze.
Gleichgeblieben ist hingegen das Studio, warum sollte man auch etwas ändern, wenn es direkt vor der Haustür liegt und man abends entspannt nach Hause gehen kann. Und in der Kombination „Produktion Studio Fredman – Mix Tue Madsen“ kann ja letztendlich nur ein durchschlagskräftiger Sound bei rumkommen. Ergebnis: 11 abwechslungsreiche Thrash-Granaten mit Zitaten aller möglichen Genrephasen von traditionell bis modern. Während viele Metalcore-Acts die Schweden selbst als Vorbild nennen, verbinden diese treibende und progressive Einflüsse zu einem absolut zwingenden Schmelztiegel. In my opinion auch deutlich besser als die Vorgängerscheibe „One Kill Wonder“, was nicht zuletzt eben auch an Dolving liegt, der über ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt. Natürlich wird hauptsächlich hysterisch-aggressiv geschrieen, aber er kann auch melodisch klingen, sanft oder leicht „Mustainig-schräg“. Beim abschließenden überlangen „My Shadow“ darf sogar mal bedrohlich geflüstert werden, ein Stück, welches wie auch „Burnt to a Shell“ vom kontrastreichen Songaufbau lebt. In der Strophe melodisch, im Refrain eruptiv. Daneben gib es natürlich die so geliebten flotten Brecher wie den Opener „No Compromise“ oder das superbe „Liquid burns“. Das vorab downloadbare „99“ erinnert als Midtempo-Monster hingegen stark an die mittlere METALLICA-Phase.
Somit haben es die Skandinavier geschafft, sich neu zu definieren, ohne die Roots zu verleugnen und ganz einfach einen Haufen starke Songs auf die Beine gestellt. Die wird man live zunächst in Übersee präsentieren, da man sich eine Tour mit DAMAGEPLAN und den Labelmates SHADOWS FALL natürlich nicht entgehen lassen konnte. Unbedingte Kaufempfehlung mit dem Hinweis, dass die Limited Edition 2 Bonus Tracks und ein – ebenso interessantes – alternatives Artwork enthält.
[tk/ Lord Khaos] (03-10-2004)
Diese Seite wurde 9096 mal aufgerufen.