| Artist | TIMID TIGER | |
| Title | Timid Tiger and the Electric Island | |
| Homepage | TIMID TIGER | |
| Label | COLUMBIA | |
| Leserbewertung | 5.50 von 10 Punkten (2 Bewertungen) |
Die Anfänge von TIMID TIGER liegen im Jahr 2002, drei Jahre später machten die fünf Kölner mit ihrem ersten Longplayer „Timid Tiger & A Pile of Pipers“ in Indie-Kreisen von sich reden und schaffen es sogar mit der Single „Miss Murray“ bis in die Rotationslisten der britischen Radiostationen. Mit dem Aus ihres Labels L’age d’or schien auch das Ende für den kleinen Comic-Tiger gekommen zu sein, aber mit Umbesetzungen am Bass und Schlagzeug berappelten sich TIMID TIGER 2008 wieder, gingen ins hauseigene Tonstudio und kamen schließlich bei Columbia unter. Dort erschien im vergangenen Jahr die EP „Electric Island“, der jetzt die Full Length fast gleichen Namens folgt.
Nach wie vor machen TIMID TIGER Singalong-Pop mit viel Piano, wie es ihn gleich mit dem Opener „Electric Island“ auf die Ohren gibt. Die „Gadget Girls“ frönen derweil dem Eighties-Synthie-Dancepop, während bei „House of Love“ Pop-Versatzstücke der Sechziger und Neuziger Vereinigung feiern. Einen kleinen orientalischen Einschlag ist beim beschwingten „My Girl’s A Rascal“ zu hören, ehe in der „Palm Beach Bar“ zu R’n’B-Klängen getanzt werden darf. Neben all den ausgelassenen Melodien bleibt jedoch auch noch Zeit für eine fragile Singer-Songwriter-Ode namens „The Gardener“, die in ihrer Schlichtheit zu meinen Favoriten zählt. Nach diesem kleinen Ausflug in ruhigere Gefilde unterhalten TIMID TIGER auf „On Sunday“ mit fröhlichen Brit-Pop-Sounds, denen wenig später mit „Ina Meena Dika (It’s Happening Now)“ folkloristisch angehauchte Stomper-Rhythmen folgen. „Golden Arm“ schickt seine Zuhörer erneut auf die Tanzfläche, allerdings steht jetzt Breakdance auf dem Programm. Stilistisch lässt sich das Quintett ganz offensichtlich nicht gern festlegen, weshalb jeder Song seine ganz eigene Art hat, die sich wohl am ehesten als verspielter Synthie-Pop mit Hummeln im Hintern bezeichnen lässt. „Downtown City Night“ zählt dabei zu den eingängigen „Clap-your-hands-Nummern, wohingegen das scheppernde „Ghost Town“ schwere Geschütze mit R’n’B-Munition auffährt. Die „Transylvanian Love Story“ macht schließlich das Dutzend mit getragenen Akustikgitarren und zuckersüßen Keyboardharmonien voll. Very british!
„Timid Tiger and the Electric Island“ verbreitet jede Menge Spaß und gute Laune. Den scheinen auch die schnieken Bandmitglieder beim Fotoshooting fürs umfangreiche Album-Booklet gehabt zu haben. Macht in Gänze zwölf kurzweilige Popsongs, gerade richtig, um den langen Winter auszutreiben.
[ump] (23-02-2010)
Diese Seite wurde 630 mal aufgerufen.