| Artist | VARIOUS ARTISTS | |
| Title | 12. Elektrisch Festival | |
| Leserbewertung | 8.00 von 10 Punkten (1 Bewertungen) |
Am 11.10.2008 fand im Zwickauer BPM Club das 12. Elektrisch Festival statt, dessen gleichnamiger Sampler mir nun vorliegt und der einen guten Querschnitt über dieses Festival bietet. Alle sieben Acts sind auf dieser Compilation mit jeweils zwei Tracks vertreten.
Die Liedersammlung bietet alles, was der EBM-Oldschool Fan benötigt. Einen neuen Stil gar bietet das Projekt PINSEL LIEST! des T.A.N.K. Members Michael Alisch, das sogenannte "Electronic-Body-Reading". Hier werden harte EBM-Beats mit gesprochenen Worten verbunden, eine ungewöhnliche, aber äußerst interessante Mischung. Die beiden nächsten Formationen CONTAINER 90 und ASTMA gehören zu der unglaublich langen Liste von schwedischen Electroacts. Auf den hier vertretenen Tracks zeigen beide Bands, dass sie ihr Handwerk verstehen, sie setzen auf harte Beats und stramme Shouts. ESCALATOR ist das Projekt von 2RT+TB aus Ungarn und auch schon ein Dinosaurier unter den vertretenen Künstlern, existiert dieses Projekt doch bereits seit 1988, im Vergleich zu den anderen Bands erwarten uns bei ESCALATOR nicht nur straighte Beats, sondern etwas vertracktere Soundstrukturen, die mich entfernt an PANKOW erinnert haben. BIRMINGHAM 6 lieferten im Zwickau ihren erst zweiten Gig in den letzten 11 Jahren ab, dennoch hat ihr Sound einen hohen Wiedererkennungswert. Hier vertreten durch das KMFDM-Cover "Godlike" und "You cannot walk here" vom Album "Error of Judgement", beide Tracks präsentieren sich als stimmungsvoller Midtempo-EBM. Deutsche Vocals bieten TYSKE LUDDER auf "Wie der Stahl gehärtet wurde", während "Khaled Aker" sich kritisch mit dem Thema Islam beschäftigt, untermalt mit harschen Beats. Für die männlichen Vertreter der Szene sicherlich die beiden absoluten Toptitel auf diesem Sampler. Man mag es kaum glauben, dass es für Dirk Ivens ein Leben vor DIVE und Sonar gab, ist aber so. ABSOLUTE BODY CONTROL ist der Beweis, 1980 gegründet lag diese Inkarnation über 20 Jahre auf Eis und beehrt uns nun mit seltenen Gigs. Musikalisch etwas differenziert zu den anderen Tracks, zeigen sich "So hard" und "Give me your Hands" minimalistischer und weisen deutlich auf die Wurzeln der Szene, als noch nicht ein Knopfdruck genügte, sondern viel experimentiert wurde.
Wie schon am Anfang erwähnt, ist dieser Sampler ein absolutes Muss für den Fan des gepflegten Oldschool.
[ms] (01-02-2009)
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