| Artist | VARIOUS ARTISTS | |
| Title | Hymns of Sex |
Ein netter kleiner Sampler hat sich auf den Markt verirrt, der von dem Label „Machineries Of Joy“ verlegt wird und somit den zweiten nach „Hymns of Steel“ darstellt. Die Herangehensweise ist auch ziemlich gleich geblieben, nur ist nun „Sex“ das zentrale Thema der CD, aber ansonsten geht die Bandbreite immer noch von Wave bis EBM - Hauptsache elektronisch, kalt und hart. Mir sind eigentlich auch so gut wie alle Bands aus dem Oldschool-EBM Stall bekannt, einige sind nicht gesignt (was nichts über die Qualität aussagt), geschmückt wird die ganze Chose mit größeren Acts wie LEAETHER STRIP oder THE HORRORIST, aber wenn man nur einen Blick über die Tracklist wirft, dann weiß man schon, in welche Richtung es geht und wer die Oberhand besitzt.
Der Song von KANT KINO ist ein toller Einstieg, ein fantastischer Track, der irgendwo zwischen Wave und EBM schwebt, er hat einen tollen Aufbau und vermittelt eine extrem verruchte Stimmung (was ja zum Thema passt). Mit LEAETHER STRIP gibt es dann schon den ersten schlappen „Hänger“, kein großer Bringer leider. CLUB AMOUR wiederum haben ein wahnsinnig geniales Wave Stück an den Start gebracht, das ich in dieser Form schon lange nicht mehr gehört habe, die Ähnlichkeit der Synthies zu „But Not Tonight“ von DEPECHE MODE sind zudem sehr belustigend. Und jetzt beginnt die „Tortur“ aus mittelmäßigem EBM und häufigen Stöhn-Samples, hätte nicht gedacht, dass es einem auf den Sack gehen kann, aber „Lust“ erzeugen solche Töne nicht bei mir, und erst recht nicht, einen stumpfen Beat-Song nach dem anderen anzuhören, wo der Bass fast schon geklontes Ausmaß hat, also diese Künstler haben garantiert nicht das Recht, über Cybergoth-Techno zu schimpfen. Irgendwann bei Track 13 kommt zum Glück THE HORRORIST zum Einsatz, der einen abgefahrenen Oldschool Track aufgenommen hat, ein avantgardistisches Stück Musik wie „Ich und die Wirklichkeit“ von DAF, sehr gelungen. Den Rest erspare ich mir an dieser Stelle, ich bin das erste Mal von einem Konzept-Sampler genervt, das reißen auch PLASTIC NOISE EXPERIENCE oder die ARMAGEDDON DILDOS (die übrigens von der Qualität hundsmiserabel klingen) nicht mehr raus, nur IONIC VISION konnten noch eine positive Duftmarke setzen, aber das war es dann auch schon.
Die CD ist eigentlich nur für die Freunde elektronischer Körpermusik gemacht, aber die sollten es sich ernsthaft überlegen, denn es ist eine relativ schlechte Auswahl drauf, der Song von A.D.A.C. 8286 ist beispielsweise auch auf deren Album drauf, was ich eher empfehlen würde, der von AD:KEY ebenfalls, beide haben auch noch bessere Tracks im Angebot. Die stilistisch mutigen Exponate sind hier die Highlights, aber ich würde mir nie im Leben wegen dreier gelungener Titel diese CD holen.
[Neo] (04-08-2010)
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