| Artist | VARIOUS ARTISTS | |
| Title | Septic XIII | |
| Leserbewertung | 7.00 von 10 Punkten (1 Bewertungen) |
Ja, liebe Freunde, das Dependent Label ist wieder da und hat auch sogleich sein größtes und bekanntestes Zugpferd des Labels reaktiviert, die berühmte Septic-Sampler Reihe. Ergo legt man die Meßlatte automatisch hoch und ich bin gespannt, ob der Output wieder so gelungen ist wie die Vorgänger, lassen wir doch einfach mal die 17 Titel auf uns wirken.
Beim Durchhören bemerkt man alsbald die wieder einmal hochwertige Auswahl der Songs, jeder ist alleine schon klanglich eine Augenweide, es gibt keinen qualitativen Ausrutscher. Aber es gibt eine Tendenz, die sich auch schon früher ein wenig abzeichnete, es wirkt alles etwas glatter und polierter, bissige Akzente gibt es eigentlich nicht und der „poppigere“ Bereich hat etwas die Oberhand gewonnen. Die „Ich hau in die Fresse“ Songs fehlen mir ein wenig, harten EBM oder Elektro darf man nicht erwarten. Eines der „härteren“ Stücke stammt von NECRO FACILITY, die ja bekannterweise ein gutes Händchen dafür haben, mich fasziniert aber vor allem dieser unterschwellige 80er Touch, der mich regelrecht fesselte. An der aggressiveren Schiene halten auch KMFDM VS. SKOLD fest, wenngleich man ständig auf mehr Tempo hofft, aber wenigstens versucht man sich noch an dieser Stillrichtung. Aus dem Rahmen fallen auch ACID, MILCH & HONIG sowie NON PLUS ULTRA mit einem Elektro-Minimal-Song, bringen beide ordentlich Abwechslung in den Sampler, sind aber leider nicht die absoluten Megakracher. Der Rest der CD ist sehr beschaulicher Elektro-Pop in guten Varianten, aber die Idee einer „Partyscheibe“ kann man getrost vergessen, dafür ist das Meiste leider etwas zu ruhig gehalten. Was man aber zu Gute halten muss, ist, dass jeder dieser ruhigen Titel eben verdammt gut klingt, besonders gefiel mir APPARAT mit „Arcadia“, das schon eher im Trance Bereich anzusiedeln ist, aber noch genügend Würze für Synth Pop besitzt, der Aufbau ist einfach emotional mitreißend. BIOMEKKANIK ist einer der superwenigen Bands, die ich mit COVENANT verwechseln würde, wobei im Endeffekt noch die Perfektion fehlt, macht aber definitiv Eindruck! Endlich konnte ich auch den neuen MESH Song antesten und mir gefiel er doch ziemlich gut, dafür, dass ich nie richtig mit ihrer Musik warm geworden bin. Als Negativhöhepunkt möchte ich den Beitrag von VELVET ACID CHRIST erwähnen, ich bin immerhin mit Ihrer Musik groß geworden, aber ich wusste nicht, dass sie einen Selbstfindungsprozess erlebt haben, in dessen Verlaufder Begriff Elektro abgelegt wurde und man nun lieber auf elektronischen Goth-Rock macht. Ich liebe ja Weiterentwicklungen, aber das ist so artfremd, dass man das doch hätte anders benennen sollen.
Zum ersten Mal muss ich eingestehen, dass der SEPTIC Sampler ein wenig abgebaut hat, erreicht einfach nicht mehr das überragende Niveau seiner Vorgänger, auch wenn jeder Song sehr hörenswert ist, jedoch fehlt im Gesamtpaket ein wenig die Abwechslung, egal ob schnell <> langsam oder seicht <> hart. Ich weiß nicht, ob es an dem fehlenden Angebot lag, oder ob Dependent auch langsam in die Jahre kommt und ruhiger wird, jedoch ist die CD in erster Linie für den entspannten Abend zu Hause geeignet. Keine Angst, großartige Enttäuschungen wird es dennoch nicht sorgen, sondern eben ein ruhiges, zumeist hochwertiges Hörerlebnis.
[Neo] (18-10-2009)
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